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Stellen Sie sich Ihren Körper wie ein Gebäude vor. Wenn das Fundament schief ist, bilden sich im Dachgeschoss Risse. In der Biomechanik nennen wir das eine aufsteigende Wirkungskette. Eine Fehlstellung der Füße – etwa ein Senk-Spreizfuß oder eine Beinlängendifferenz – führt zu einer Beckenverwindung. Diese setzt sich über die Wirbelsäule bis zur Halswirbelsäule fort. Da der Unterkiefer über die Muskulatur und Sehnen direkt mit der Kopf-Nacken-Region verbunden ist, muss er jede Fehlstatik von unten kompensieren.
Kiefergelenk als Ausgleichsstation
Der Kiefer ist das mobilste Gelenksystem des Körpers und dient oft als „Ventil“ für körperweite Spannungen. Wenn Sie schief stehen, versucht Ihr Kiefer, dieses Ungleichgewicht auszubalancieren, um den Blickhorizont gerade zu halten. Dies führt zu einer einseitigen Überlastung der Kaumuskulatur. In solchen Fällen kann ein Zahnarzt noch so viele Schienen schleifen – solange die Statik der Füße nicht korrigiert wird, kehren die Schmerzen immer wieder zurück.
Die Rolle sensomotorischer Einlagen
Hier kommt die Podologie ins Spiel. Spezielle sensomotorische Einlagen wirken nicht nur mechanisch stützend, sondern senden gezielte Reize an die Muskulatur der Fußsohle. Dies reguliert die gesamte Muskelspannung im Körper (Tonus) nach oben hin neu. Oft entspannt sich der Kiefer innerhalb weniger Tage nach dem Tragen der richtigen Einlagen spürbar.
Wann sollten Sie zum Podologen?
- Wenn die Kieferschmerzen vor allem beim Gehen oder langen Stehen auftreten.
- Wenn Sie einseitige Abnutzungen an Ihren Schuhen bemerken.
- Wenn zusätzlich Knie- oder Hüftbeschwerden vorliegen.
- Wenn zahnärztliche Schienen bisher keinen dauerhaften Erfolg brachten.
