CMD und Logopädie: Wie die Zungenruhelage Ihren Biss bestimmt

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Die Zunge – Der unterschätzte Gigant im Mund

Die Zunge ist einer der stärksten Muskeln des menschlichen Körpers. Sie übt bei jedem der rund 2.000 Schluckvorgänge pro Tag einen enormen Druck auf den Gaumen und die Zahnreihen aus. Liegt die Zunge in der Ruheposition jedoch nicht am Gaumen, sondern drückt gegen die Zähne oder liegt am Mundboden, sprechen Logopäden von einer myofunktionellen Störung. Diese Fehlbelastung ist eine der häufigsten, aber am seltensten diagnostizierten Ursachen für CMD.

Zungenpressen und Kieferdeformation

Ein falsches Schluckmuster (viszerales Schlucken) schiebt den Unterkiefer oft in eine unnatürliche Position. Dies führt nicht nur zu Zahnfehlstellungen, sondern überlastet auch permanent die Kiefergelenke. Patienten mit dieser Problematik knirschen oft nicht klassisch, sondern „pressen“ ihre Zunge gegen die Zähne, was zu massiven Verspannungen der gesamten Gesichtsmuskulatur führt.

Logopädische Therapie als CMD-Prävention

In der Logopädie lernen Patienten, die Zunge wieder an ihren physiologischen Platz zu führen. Durch gezielte Übungen wird die Muskulatur des Mundbodens und der Lippen gestärkt. Dies führt dazu, dass der Kiefer seine natürliche Ruheposition findet – der sogenannte Freischwebewinkel, in dem sich die Zähne nicht berühren. Dies ist die effektivste Form der „körpereigenen Schienentherapie“.

Anzeichen für logopädischen Behandlungsbedarf

  • Lispeln oder undeutliche Aussprache: Oft ein Zeichen für eine schwache Zungenmuskulatur.
  • Mundatmung: Führt zu einer trockenen Schleimhaut und einer falschen Zungenlage.
  • Sichtbare Zahnabdrücke am Zungenrand: Ein deutliches Indiz für Zungenpressen.
  • Schluckbeschwerden: Das Gefühl, „fest“ schlucken zu müssen.

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